Kirchliche Nachrichten 
Evangelische Kirchengemeinde Kohlberg

Telefon (07025) 3517 - Fax (07025) 3531
E-Mail: pfarramt.kohlberg@elkw.de
Homepage: www.ev-kirche-kohlberg.de
Bürozeiten Sekretariat:
Dienstag und Donnerstag von 8:30 Uhr bis 12:00 Uhr

Wochenspruch:
Der Menschensohn muss erhöht werden,
auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.

Johannes 3,14b.15

Sonntag, 5. April 
6. Sonntag der Passionszeit – Palmsonntag
           
10.00 Uhr     Die Glocken läuten zur traditionellen Gottesdienstzeit.
(Es gibt in der Kohlberger Kirche aber keinen Gottesdienst!)
Wir laden alle Gemeindeglieder zur eigenen stillen Zeit zuhause ein.
Wochenpsalm: Psalm 69, Nr. 731
Predigttext: Markus 14, 3 - 9   
10.15 Uhr    Die Vaterunserglocke schließt die 15-minütige Stille Zeit zuhause und damit auch die Meditation.

Von 13 Uhr bis ca. 19 Uhr ist sonntags die Kohlberger Kirche geöffnet. In gebührendem Abstand können wir den Nachmittag über uns dort zur Stille und zum Gebet einfinden.

Aber auch in der kommenden Woche bleibt sowohl die Kirche für Gottesdienste, als auch unser evangelisches Gemeindehaus für alle Gruppen und Kreise weiterhin geschlossen!
   
Liebe Gemeinde,

kirchenjahrsmäßig leben wir ja gerade in der Passionszeit, also der Leidenszeit Jesu Christi. Der Weg durch die Passionszeit mündet ein in die sogenannte „Heilige Woche“, in die Tage, in denen wir normalerweise, angefangen mit dem kommenden Sonntag, dem Palmsonntag, hineingehen in die Passionswoche. Normalerweise feiern wir in Kohlberg am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag jeweils Passionsgottesdienste, bzw. einen Gottesdienst zum Gründonnerstag. Das wäre in diesem Fall Donnerstag, 9. April. Mit unserem Glockenläuten in Kohlberg laden wir auf 19.30 Uhr zu einer 7-minütigen Liturgie, Stille und Gebet ein. Ein kleiner Teil, wenn auch sehr schmal, bleibt, um in dieser Passionswoche auch das Leiden Jesu zu bedenken. Das Leiden Jesu, das uns nicht fern ist, sondern uns in unserem Leiden sehr nahe ist. Viele Menschen leiden in diesen Tagen an schweren Gedanken, an Einsamkeit, an Sorge und sind sogar in unserer Ortschaft betroffen von der Erkrankung des Coronavirus. Schmerzhaft müssen wir beklagen, dass auch aus unserer Gemeinde Kohlberg ältere Menschen am Coronavirus erkrankt sind und bereits ein Gemeindeglied daran gestorben ist. Jesus Christus ist in der Passionswoche mitten unter uns, mit seiner Armut, mit seinen leidenden Wunden, mit seiner Ohnmacht. Aber er ist eben auch unter uns mit seinem Kreuz, von dem er nicht herabgestiegen ist, sondern an dem er Schmerzen, Leiden und Hass ertragen hat. In dieser Karwoche, die mit dem Palmsonntag beginnt, gehen wir auf Karfreitag zu.
Immer wieder werden wir Christen damit konfrontiert, warum es denn sein müsse, dass in unserer aufgeklärten und modernen Welt, die Kreuze noch hängen würden, in verschiedenen öffentlichen Räumlichkeiten. Manche stören sich auch am Kreuz in unseren Kirchen. Das Kreuz allerdings ist nicht wegzudenken und wegzubeschönigen, wenn wir unseren christlichen Glauben, den Glauben an Jesus Christus, praktizieren. Es will uns eine Hilfe sein in unserer Not, der Not dieser Welt und in Krankheit und Schmerzen. Jesus hat durch sein Leiden gezeigt, dass er nicht außerhalb des menschlichen Leidens steht, sondern dieses Leiden bis zur eigenen Tötung erträgt. Und Paulus hört nicht auf, in seinen Briefen die Botschaft des Evangeliums zu unterstreichen: Er tat’s für uns. Ja, Jesus leidet am Kreuz für uns Menschen, damit wir in unserem Leiden getröstet und getragen sind. Damit unsere Schmerzen, unsere Schuld und unsere Sünde uns nicht den Tod noch schwerer machen, sondern wir all das auch ablegen dürfen an Jesu Kreuz.
Ja, um Schuld und Tod kommt keiner von uns herum. Das sind die beiden wunden Punkte unseres Lebens. Das sind die beiden heißen Eisen. Das sind die zwei Probleme, an denen sich die klügsten Köpfe wundgerieben haben. Denn jeder von uns verstrickt sich im Laufe seines Lebens in Schuld und geht auf den Tod zu. So sagt die Bibel: Wir brauchen den Heilsweg. Und wir hören und sehen in der Passionswoche, Jesus hat diesen Heilsweg persönlich gespurt. Von Nazareth nach Jerusalem ist er gelaufen. Und überall hat er den Menschen zugerufen: „Kommt her zu mir! Ich will euch das volle Leben geben!“ Und das war eben kein billiges Versprechen. Da saßen Blinde und Lahme und Krüppel am Wege, die keinen Schritt mehr tun konnten und er nahm ihnen die Binde von den Augen und die Krückstöcke aus den Händen und machte sie zu Ermutigern des Lebens. Immer wieder zog er die Menschen heraus und sagte: „Dir ist deine Schuld vergeben!“ Nur er konnte das, weil nur er Schuld auf sich laden kann. Sie wurde ihm am Kreuz schwer, sehr schwer sogar. Auf dem Weg zum Berg Golgatha brach er mehrfach zusammen. Und bis zum Kreuz schleppte er diesen Packen der Menschheitsgeschichte mit. Und so starb er. Jesus ging also nicht an Schuld und Tod vorbei, sondern ging mitten in sie hinein. Und so konnte er sagen, die Schuld ist bezahlt und dem Tod ist heimgezahlt. All das sehen wir in der kommenden Woche, in dieser Leidenswoche Jesu. Und vielleicht ist es uns eine Hilfe, dass wir in Jesu Leiden, das er für uns trägt, bis zum heutigen Tag, und zwar für jeden von uns, die Befreiung für uns ist. Auch mitten in dieser schwierigen Zeit, wo wir um viele Menschen bangen, bitten und vor Gott innehalten. Wo wir beten und danken, für das, was noch möglich ist. Eines ist ganz klar, es ist keine historische Geschichte, die abgeschlossen ist, sondern Jesus ist noch heute, mitten im Leiden, mitten in der Passion, aber eben auch hin auf die Auferstehung da, für uns und diese Welt.
An diesem Palmsonntag wollen wir davon wissen, auch hineingehend in die Karwoche.
Die Abendglocken, die von unserer Kohlberger Kirche hinausschallen, mögen das in diesen Passionsabenden uns zurufen und der Wochenspruch davon weiß: „Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.“ (Johannes 3, 14 + 15)

Bleiben Sie gesund, oder werden Sie gesund, bleiben wir in der Liebe Jesu Christi und in seinem Leiden miteinander verbunden in unserer Kommune und Gemeinde Kohlberg.

Es grüßt Sie herzlich, auch im Namen des Kirchengemeinderates

Ihr Pfarrer Harald Geyer

Gebet zum Palmsonntag
Jesus Christus,
Danke, dass du den schweren Weg gegangen bist. Auch unsere Wege gehst du mit uns.
Manchmal wissen wir nicht, welcher Weg der Richtige ist.
Wir brauchen deinen Rat.
Wir brauchen dein Wort, das uns die Richtung weist,
das uns zurechtbringt und frei macht.
Lass uns jetzt dein Wort hören.
Lass es uns so hören, dass es unser Herz erreicht.
Bring unsere Sorgen zur Ruhe.
Entflamme neu unsere Liebe zu dir.
In der Stille sind wir vor dir.
Amen.

An Ostern müssen Sie nicht auf die Ostergottesdienste verzichten!
Da in unserer Kirche auch in der Osterzeit kein Gottesdienst stattfinden kann und darf, möchten wir Ihnen ein besonderes Angebot machen: Den Karfreitags- und den Ostersonntags-Gottesdienst möchten wir als Audio-CD oder auch als Streaming-Angebot via YouTube bereitstellen.
Zwar gibt es mittlerweile sehr viele Online-Angebote, doch wird es schön sein, zumindest an Karfreitag und Ostern vertraute Stimmen und Bilder unserer Kirche zu sehen. Auch unsere schöne Orgel wird bestimmt von unseren Gemeindegliedern vermisst. Die Gottesdienste werden in einer etwas verkürzten Form aber mit Musik und Predigt zu sehen und zu hören sein.
Für die Audio-CD benötigen Sie einen CD-Spieler, für das Streaming Angebot einen PC (oder mobiles Endgerät) mit Internetanschluss.
Wer eine Audio-CD möchte, melde sich doch bitte bis Mittwoch, 8. April im Pfarramt (Telefon oder E-Mail) mit Namen und Adresse. Wir werfen Ihnen die CD dann ein, solange bei uns der Vorrat reicht. Wir denken dabei besonders an unsere älteren Gemeindeglieder, die keinen PC besitzen.
Für das Streaming-Angebot gehen Sie am Karfreitag und/oder Ostersonntag zu den gewohnten Gottesdienstzeiten auf den eigens dafür erstellten YouTube-Kanal der Kirchengemeinde Kohlberg unter bit.ly/KiGeKohlberg. Dort können Sie dann den Gottesdienst in Ton und Bild verfolgen. Die Gottesdienste werden bis ein paar Tage nach Ostern zum Nachhören noch online sein.

Diese besondere Zeiten bringen neue Formen hervor, um Gemeinschaft zu haben

balkonsingen - Die EKD hat diese Aktion ins Leben gerufen, jeden Abend um 19.00 Uhr deutschlandweit "Der Mond ist aufgegangen" zu singen oder zu musizieren.
osternvombalkon - am Ostersonntag um 10.15 Uhr sind alle eingeladen im Anschluss an den ZDF Fernsehgottesdienst den Choral "Christ ist erstanden" zu spielen und zu singen.
Ostern wird nicht "ausfallen".
Der Posaunenchor Kohlberg-Kappishäusern wird sich daran beteiligen. Vielleicht wird zumindest das Abendlied zu einer neuen Tradition in Kohlberg?

Herzliche Einladung zum Mitmachen, Mitsingen oder Mitspielen.